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Yoco Sapindaceae
Auch Paullinia yoco Schultes & Killip ist, wie all ihre nahen Verwandten, eine Urwaldliane. Sie wird von wenigen, geografisch eng begrenzten, indianischen Ethnien im südlichen Kolumbien und nordöstlichen Ecuador genutzt. Es sind dies die Stämme der Coreguajes (Kol), Ingas (Kol), Kofáns (Kol/Ec), Sionas (Kol/Ec), and Secoyas (Ec). Überraschenderweise dienen nicht etwa die Samen oder Blätter für die Zubereitung eines stimulierenden Getränks, sondern es ist die Rinde des Lianenstammes, die geraspelt und in kaltem Wasser ausgezogen wird (Schultes 1941). Es gehört zur Tradition dieser Eingeborenen, bis zum Mittag nichts zu essen. Dafür nehmen sie jeden Morgen zwischen fünf und sechs Uhr yoco zu sich, nicht nur um den Appetit zu zügeln sondern auch die Muskeln zu stimulieren (Schultes 1942). Interessanterweise erkennen und klassifizieren die Indigenen verschiedene Typen von yoco, wie z.B: yoco blanco, yoco verde, huarmy yoco, taruca yoco, yagé yoco, and canaguicho yoco (Schultes 1986). Der gleiche Autor (Schultes 1941) berichtet darüber folgendes: Die Indios sind fähig, diese Typen meist aus grosser Distanz zu identifizieren, ohne die Pflanze berühren, kosten, anschneiden oder beriechen zu müssen. Die Botaniker, welche zu Beginn des letzten Jahrhunderts diese Regionen bereisten und die verschiedenen Bezeichnungen der Indios notierten, konnten jedoch keine taxonomisch relevanten Unterschiede feststellen.

Vom Gebrauch der yoco wurde erstmals 1906 durch Rafael Zerda-Bayón berichtet.(Schultes 1942). Es war aber Florent Claes aus Brüssel, der 1925 erstmals eine wissenschaftliche Exkursion in das Gebiet von Caquetá in Kolumbien unternahm, um dort eine grosse Menge an Stamm- und Blütenmaterial für die chemische bzw. taxonomische Analyse zu sammeln. Die Stämme wurden 1926 in Brüssel und Paris chemisch untersucht, und die Forscher fanden den erstaunlich hohen Gehalt von 2 bis 2.75 %. Der belgische Taxonomist Emile Auguste de Wildeman (1866-1947), Direktor (1912-1931) des Botanischen Gartens von Belgien, bezeichnete die Pflanze fälschlicherweise als Paullinia scarlatina, eine Art, die ausschliesslich in Zentralamerika vorkommt. Erst 1942 identifizierte Richard Evans Schultes P. yoco als eine neue Art. Obschon heute auf der ganzen Welt etwa 40 Kollektionen (Herbarmaterial) dieser Spezies existieren, gibt es nirgends reife Früchte, die eigentlich nicht nur nötig wären für eine exakte Artbeschreibung, sondern auch für die Abklärung, ob auch allenfalls die Samen coffeinhaltig sind.

Kürzlich hatten wir die Gelegenheit, ein Stammstück aus Paris als auch verschiedene yoco–Typen (Aeste) aus einigen Herbarien zu analysieren. Die Resultate können in drei Punkten zusammengefasst werden:

Erstens fanden wir im Stamm nur 0.5 % Coffein, was aber nicht heisst, dass die Analysen aus dem Jahre 1926 nicht richtig wären. Dieser Befund könnte mit der grossen Variabilität (s. nachfolgend) zusammenhängen. Zweitens fanden wir grosse Unterschiede im Purin-Alkaloidgehalt in den Ästen des Herbarmaterials, wobei huarmy yoco, die vom Pflanzensammler Klug (1935) als stärkste bezeichnet wurde, auch den höchsten Gehalt aufwies. Ebenso gab es auch signifikante Unterschiede zwischen anderen yoco–Typen. Drittens scheint in dieser Gattung, ausgehend von Untersuchungen an drei Arten, eine merkwürdige Alkaloid-Verteilung vorzuliegen, nämlich dass Coffein und verwandte Verbindungen nicht vorwiegend in den jungen Teilen der Pflanzenspitze angereichert, wie wir dies z.B. vom Tee und Maté her kennen, sondern sie finden sich in hoher Konzentration an der Pflanzenbasis. Dieser Umstand kann dahin interpretiert werden, dass die Achillesferse sowohl der guaraná– als auch die yoco–Liane der bodennahe Stamm ist, den es gegen Schädlinge aller Art chemisch besonders zu schützen gilt. Mehr über die Purin-Alkaloide in der Gattung Paullinia findet sich in der Publikation von Weckerle et al. 2003.
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