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Coffein Krsitalle, Koffein Kristalle
Reines Coffein ist weiss und bildet Kristalle
Geschichte
Die Neugier an der stofflichen Zusammensetzung der Natur und derexperimentelle Fortschritt der damaligen 'Scheidekünstler' führten zu Beginn des 19. Jh. zu einem 'Run' auf die sogenannten Pflanzeninhaltsstoffe. Alles, was in irgendeiner Art Wirkung erzeugte, wurde zerkleinert und extrahiert in der Hoffnung, das aktive Prinzip könne in seiner reinsten Form herauskristallisiert werden. So erging es auch den Kaffeebohnen und ihrem Coffein, wobei hier der grosse Naturforscher und Dichter Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) seine Hand im Spiel hatte. Reines Coffein ist weiss und bildet nadelförmige Kristalle (Bild). Da sich verschiedene Forscher auf die Isolierung dieses stimulierenden Stoffes stürzten und Kontakte zwischen den Forschungslaboratorien kaum oder nur in sehr bescheidenem Masse existierten, wurde Coffein fast zeitgleich im Kaffee aber auch viele Jahre später in anderen Pflanzen mehrmals entdeckt und daher unterschiedlich benannt, was Verwirrung stiftete, die nach geraumer Zeit wohl in der Wissenschaft beseitigt werden konnte, hingegen in der Öffentlichkeit leider bis heute anhält. Deshalb hier im Klartext: 'Thein' ist nichts anderes als Coffein und möge von nun an dem Gedächtnis unserer homepage lesenden CoffeinfreundInnen entschwinden!
Johann Wolfang Goethe hatte seine Hand im Spiel
Wenn wir der Historie vertrauen, so war es kein geringerer als Johann Wolfgang Goethe, der den 'Grundstein' zur Entdeckung des populärsten Naturstoffes gelegt haben soll. Um unliebsame ZeitgenossInnen ins Jenseits zu befördern, verwendeten damals die GiftmischerInnen anstelle von Arsen- und Quecksilberverbindungen immer häufiger Naturstoffe. Der junge Chemiestudent Friedlieb Ferdinand Runge (1794-1867) , der bereits Erfahrung in der chemischen Untersuchung von Gift- und Heilpflanzen besass, kam von Göttingen nach Jena, wo er auf Goethes 'rechte Hand', den 'Scheidekünstler' Doebereiner (heute wäre dies der Chef des wissenschaftlichen Dienstes), traf, dem er seine Künste zum Nachweis von Atropin in vergifteter Nahrung zeigte, wozu er die Pupillenerweiterung des Katzenauges benutzte. Miteinander hatten sie ein Spinatgericht zubereitet, in welchem jedes 10. Blatt ein Bilsenkrautblatt war! Ein Tropfen des Safts ins Katzenauge genügte für den Nachweis. Runge schreibt: "Ich hatte die Genugtuung, dass Doebereiner mir seinen ganzen Beifall zollte und mir beim Abschied dankte für die höchst belehrenden Versuche. Sie sind von der höchsten Wichtigkeit, und noch heute Abend werde ich Goethe davon erzählen." (Anft, 1937).

Und so kam es, dass Goethe - in seiner Funktion als 'Geheimrat', (heute würden wir Kripo-Chef sagen) - eines Morgens im Jahre 1819 den jungen Wissenschafter mit der bilsenkrautbehandelten Katze bei sich empfing und ihn schliesslich mit einer Schachtel voll Kaffeebohnen mit der Bemerkung entliess: "Auch diese können sie zu Ihren Untersuchungen gebrauchen." Goethe dachte, dass die Kaffeebohnen ein Gegengift zu Atropin enthalten würden, worin er sich jedoch (wie bei der Farbenlehre) irrte. Ein Jahr später, also 1820, berichtet Runge von seiner Entdeckung, der "Kaffeebase", wie er damals das stimulierende Prinzip des Kaffees bezeichnete. Leider wird auch nach dem Studium der frühen Literatur nicht klar, wer die Bezeichnung 'Coffein' eingeführt hat!
Da damals die Forschenden noch nicht 'vernetzt' und die chemisch-analytischen Möglichkeiten noch sehr beschränkt waren, kam es, dass Coffein anschliessend noch dreimal neu entdeckt wurde: Noch im gleichen Jahr, 1820, durch Von Giese aus Kaffee unter der Bezeichnung 'Kaffeestoff', 1826 durch Martius in der Guaraná-Paste als 'Guaranin' (1840 [!] realisiert er, dass es mit Coffein identisch ist), 1827 durch Oudry aus den Blättern verschiedener Teesorten als 'Thein'. Jobst berichtet 1838, dass Coffein mit Thein identisch ist, was aber bis heute noch nicht in alle Köpfe gedrungen ist! Den heutigen Unvernetzten ist zugute zu halten, dass sie vielleicht ihre irrige Meinung darauf abstützen, dass die verschiedenen coffeinhaltigen Getränke häufig ganz unterschiedlich erfahren werden, obschon sie das gleiche Wirkprinzip enthalten. Zwei Tassen Tee, die coffeinmässig etwa einer Tasse Kaffee entsprechen, werden von manchen als weniger stimulierend empfunden. Höchst interessant ist die Wirkung von Guaraná, die ohne Überreizung einen vollen Tag anhalten kann. Wie der Maté-Tee wirkt, das wollen wir bei nächster Gelegenheit einen Gaucho fragen! Kurzum, eine hinreichende Erklärung für dieses interessante Phänomen der unterschiedlichen Wirkungen gibt es noch nicht. Häufig werden dafür 'Gerbstoffe' verantwortlich gemacht, die sich in der Pflanze mit Coffein vergesellschaften, das heisst, einen Komplex eingehen, der von Art zu Art verschieden ausgestaltet ist und im Menschen die Coffeinaufnahme beeinflussen könnte. Es darf jedoch auch argumentiert werden: Coffein ist nicht gleich Coffein!

Damit sind wir bei den fast unzertrennlichen Begleiterinnen des Coffeins und den chemischen Strukturen angelangt. Genau genommen war Oudrys Thein mit Runges Kaffeebase nicht identisch, denn in jeder coffeinhaltigen Pflanzenart befinden sich dem Coffein nahe verwandte Substanzen und ergeben so ein für die Pflanze sowie das Organ (Blüte, Frucht, Blatt etc) typisches chemisches Spektrum. In der Regel sind diese Trabanten des Coffeins lediglich in Spuren vorhanden und können mit den klassischen Methoden der Chemie, wie sie die Coffeinentdecker verwendeten, von diesem nicht abgetrennt werden. Wie eingangs schon angetönt, spielen heute diese 'Verunreinigungen' in der Qualitätskontrolle eine wichtige Rolle, da 'Fremd-Coffein' - z.B. aus dem Entcoffeinierungsprozess (link) von Kaffee und Tee - häufig dazu verwendet wird, einen natürlichen Pflanzenextrakt anderer Herkunft zu 'strecken', d.h. heisst, das Produkt coffeinhaltiger zu machen als es von sich aus wäre. Heute ist mit der verfügbaren Analytik leicht herauszufinden, wie stark mit 'Fremd-Coffein' gestreckt wurde.
Friedlieb Ferdinand Runge
Friedlieb Ferdinand Runge, der Entdecker des Coffeins
Literatur

Anft B. (1937) Friedlieb Ferdinand Runge sein Leben und sein Werk. Vol. Heft 23. Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, eds. P. Diepgen, J. Ruska, J. Schuster, and W. Artelt. Berlin: Dr. Emil Ebering. pp. 207.
Jobst C. (1838) Thein identisch mit Caffein. Ann. Chem. Pharm. 25: 63-66.

Martius T. 1840. Ueber die Zusammensetzung des Guaranins. Ann. Chem. 36: 93-95.

Oudry V. (1827) Thein, eine organische Salzbase im Thee (Thea chinensis). Geiger's Mag. Pharm. 19: 49-50.

Runge F. (1820) Phytochemische Entdeckungen. Berlin: pp. 204.
Von Giese F. (1821) Verschiedene Beobachtungen. Journal für Chemie und Physik 31: 203-209
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