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Cola Blüte
Colabluete
Cola Sterculiaceae
Die Gattung besteht aus ca. 60 Arten,
die alle im tropischen Afrika beheimatet
sind. Davon werden zwei Arten kultiviert, nämlich Cola acuminata (P. Beauv.) Schott & Endl. und Cola nitida (Vent.) Schott & Endl., die sich beispielsweise in der Zahl der Speicherkotyledonen unterscheiden. Erstere besitzt 3-6, letztere meist 2. Wir beschränken uns hier auf die vorrangig angebaute C. nitida. Verwendete und weiterführende Literatur: Brücher 1977; Seitz and Kraus 1992; Sprecher von Bernegg 1934b.
Cola Baum
Colabaum
Der Colabaum (C. nitida) ist in den Wäldern von Sierra Leone, der Elfenbeinküste und ostwärts bis Ghana heimisch. Er wurde von den Sklaven im 17. Jahrhundert nach Jamaica und Brasilien gebracht. Dort wie auch in Asien (zB Java) wird Cola im bescheidenen Rahmen kultiviert. Im angestammten Kontinent Afrika wird Cola nitida vor allem in Nigeria und Ghana angebaut, und zwar um 6-7 Grad nördlicher Breite mit einem jährlichen Niederschlag von 1300 - 1800 mm und mit ausgeprägter Trocken- und Regenperiode. Sie bevorzugt nährstoffreiche, gut-drainierte Böden. In Ghana werden bei Rodungen natürlich vorkommende Colabäume stehengelassen und dienen als Schattenspender für Kakao. Der Baum trägt sowohl Zwitter- als auch männliche Blüten, meist in verschiedenen Blütenständen, wobei der Pollen der Zwitterblüte nicht 'abgestossen' wird. Selbst-Inkompatibilität ist häufig. Die Bäume verhalten sich bezüglich der Ausbeute an Nüssen sehr heterogen. Der durchschnittliche Ertrag beträgt ca 200 Nüsse p.a. mit den Extremen 0 und über 2000. Die Ertragsselektion erscheint äusserst schwierig zu sein.

Die Haupternte in Nigeria dauert vom September bis Januar. Die reifen zusammengesetzten Balgfrüchte werden, bevor sie sich öffnen, mit einer langen Stange, an deren Ende eine scharfe Klinge fixiert ist, vom Baum geschnitten. Die Früchte werden aufgebrochen und die Samen in Haufen während ca 5 Tagen fermentiert. Die weisse Samenhaut zerfällt dabei vollständig. Die Samenkerne (= 'Nüsse') werden gewaschen, gereinigt und können in mit frischen Blättern ausgekleideten Körben während Monaten aufbewahrt werden.
Die Colanuss wird ohne weitere Verarbeitung gekaut. Seltener wird auch ein Getränk hergestellt, indem die pulverisierte Nuss in Wasser aufgekocht wird. Die Colanuss ist ein uraltes Genussmittel der Afrikaner und durchdringt als solches ihr ganzes Leben. Colanüsse gehörten zu den Geschenken, die der Bräutigam dem Vater der Braut zu machen hatte. Auch krönte der Genuss dieser 'Samen' jeden Geschäftshandel.

Es ist hinlänglich bekannt, dass die in unseren Breitengraden angebotenen Cola-Getränke, abgesehen vom Namen, heute mit der Pflanze nichts mehr zu tun haben. Die gleiche unheilvolle Entwicklung bahnt sich bei der nächstfolgenden Pflanze, der Guaraná, an: Der ursprünglich zugesetzte Extrakt verschwindet heimlich aus der Formulierung, der Name der Pflanze hingegen prangt weiterhin auf dem Etikett, was auf gut Deutsch Etikettenschwindel heisst. Es versteht sich von selbst, dass dieser 'Fortschritt' den Beitrag der Produktionsländer im wahrsten Sinne des Wortes überflüssig macht. In der 'modernen Getränkeindustrie' findet häufig eine Abkoppelung vom Naturprodukt statt, u.a. auch deshalb, weil die Logistik der Pflanzenprodukt-Beschaffung rasch zur Überforderung der Quereinsteiger führt, die sich nolens volens auf den Design der Dose verlegen, deren Inhalt unwichtig wird. Die Innovation findet auf der Oberfläche statt. Das Nachsehen hat die Konsumentenschaft, die mit einem naturfremden Einheitsprodukt 'abgefüllt' wird, welches Coffein aus der industriellen Entcoffeinierung enthält. Was uns mit der heutigen Getränkekultur an phytotherapeutischer Unterstützung abgeht, sei mit der Schilderung der Colanuss durch Odoardo Lopez (deutsche Übersetzung aus dem Jahre 1591, (Sprecher von Bernegg 1934b) in Erinnerung gerufen: 'Es wachsen noch andere Bäume, die eine Frucht tragen, welche sie Cola nennen, und ist in der Grösse wie ein Dannenapfel und hat inwendig andere Früchte wie Kastanien, in welchen vier unterschiedliche Leibfarbe Kerne. Sie nemmen sie in den Mund, kauwen und essen sie für den Durst und brauchen sie zu dem Wasser, dem sie einen guten Geschmack mit machen. Sie seindt gut dem Magen und bringen ja wiederum zurecht, wenn er mit unordentlichem Essen und Trinken verderbt ist.
Literatur
Brücher H (1977) Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation. Berlin, Springer-Verlag

Seitz R, Kraus L (1992) Cola. in Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis, 4, Drogen A-D, pp. 940-946, R Hänsel, K Keller, H Rimpler, eds; Springer-Verlag, Berlin.

Sprecher von Bernegg A (1934b) Der Kolabaum. in Kakao und Kola, III/1, pp. 214-256, A Sprecher von Bernegg, ed.; Ferdinand Enke, Stuttgart

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